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Forschung & Entwicklung


Schädlinge bekämpfen, Artenvielfalt erhalten


Künstliche Teichversuche, um die Agilität von Lebewesen im Wasser in kleinen Öko-Systemen zu studieren, sind Bestandteil der Pflanzen- schutzforschung.
Um ein neues Pflanzenschutzmittel zu entwickeln, benötigt Bayer CropScience bis zu zehn Jahre. Ein Grund für diesen zeitlichen Aufwand liegt in den umfangreichen Tests, in denen die Sicherheit eines Produkts untersucht wird. Dabei geht es nicht nur darum, die Unbedenklichkeit eines Präparats für den Menschen zu überprüfen, sondern auch die Sicherheit für andere Tier- und Pflanzenarten zu gewährleisten. Derartige Tests sind durch Gesetze bis ins Detail vorgeschrieben. Sie betreffen auch Produkte, die bereits auf dem Markt sind und deren Zulassung verlängert werden soll. Stets geht es darum, sicherzustellen, dass ein Produkt die Artenvielfalt in einem Ökosystem nicht gefährdet.

Die in der Landwirtschaft eingesetzten Chemikalien zählen zu den am genauesten untersuchten Substanzen überhaupt

Die Wissenschaftler von Bayer CropScience untersuchen dazu an Testorganismen, wie sie auf einen Wirkstoffkandidaten reagieren. Diese sogenannten Nichtzielorganismen werden so ausgewählt, dass sie jeweils die Lebensräume Wasser, Luft und Boden repräsentieren. Typische Vertreter sind Algen, Fische und Wasserflöhe, Erdwürmer, Milben, Schlupfwespen und Bienen, Vögel, Mäuse und auch Pflanzen.



Forschung zum Schutz von Fischen
Die entsprechenden Tests finden dabei nicht nur im Labor statt. Geforscht wird auch unter den realen Bedingungen eines natürlichen Ökosystems. Bei der Bewertung der Umweltverträglichkeit berücksichtigen die Forscher außerdem das typische Verhalten der untersuchten Arten. So werden beispielsweise die Aufenthaltszeit in einem (behandelten) Feld und das Fressverhalten genauestens analysiert.

Darüber hinaus kommen geografische Informationssysteme und Simulationsmodelle zum Einsatz. Mit deren Hilfe ist es möglich, die Ergebnisse räumlich begrenzter Studien auch auf größere Lebensräume zu übertragen. Nicht zuletzt diese umfangreichen ökotoxikologischen Untersuchungen tragen mit dazu bei, dass die in der Landwirtschaft eingesetzten Chemikalien zu den am genauesten untersuchten Substanzen überhaupt zählen.

Sollte ein Wirkstoff nicht nur den ins Visier genommenen Schädling bekämpfen, sondern auch Nichtzielorganismen angreifen, kann dies zum Ausschlusskriterium für die weitere Entwicklung werden. Aber es sind auch Zwischenlösungen denkbar. Beschränkt sich das Gefährdungspotenzial etwa nur auf Fische oder eine bestimmte Fischart, so könnte die Konsequenz auch sein, bei der späteren Anwendung des Produkts einen Sicherheitsabstand zu Gewässern zum Schutz der Artenvielfalt vorzuschreiben.

[ zuletzt geändert: Mittwoch 4. Juni 2008 ]