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Lernen mit Handwerk - Dem Schulabbruch entgegenwirken



Bayer CropScience fördert lebensnahen Schulunterricht im indischen Bundesstaat Karnataka


Die Schüler erarbeiten Wissen, das ihnen im Alltag nützt und auch im späteren Beruf wichtig ist: Hier der Bau eines einfachen Gewächshauses.
Mit dem Programm „Introduction to Basic Technology (IBT)“ will Bayer CropScience den Nutzen von Bildung für die junge Bevölkerung in Indien vermitteln und fördern. Zusammen mit den beiden Nicht-Regierungsorganisationen Vigyan Ashram und Prajayatna hat das Unternehmen das Projekt seit dem Frühjahr 2008 vorangetrieben. Es basiert auf der Idee des „learning by doing“ und ermöglicht einen berufsbezogenen Unterricht an einem Schultag in der Woche. Das Konzept richtet sich vor allem an Kinder von der achten bis zur zehnten Klasse in staatlichen Schulen und soll ihnen Fertigkeiten nahe bringen, die sie im täglichen Leben anwenden können.

Während des Unterrichts steht vor allem die praktische Fortbildung im Vordergrund. Die Schüler erarbeiten Wissen, das ihnen im Alltag nützt und das auch in einem späteren Beruf wichtig sein kann. Auf dem Lehrplan stehen beispielsweise das Betreiben und Reparieren eines Biogas Herdes, haushaltsnahe Tätigkeiten wie Schneidern, Nähen oder Backen, Klempner- und Maurerarbeiten oder Ackerbau.

Nähen und Sticken gehören mit zum Unterricht.
Im täglichen Leben besser zurecht kommen – berufliche Chancen bieten

Untersuchungen von Bayer CropScience vor Ort haben gezeigt, dass die Menschen aus ländlichen Gemeinden in Indien vom Schulbesuch in erster Linie erwarten, dass ihre Kinder im täglichen Leben besser zurecht kommen und später einen Beruf ergreifen und ihren Lebensunterhalt sichern können. Lehrpläne mit überwiegend theoretischem Inhalt, wie wir sie aus unseren Europäischen Schulen kennen, sind dafür nur bedingt geeignet. Der Schulbesuch wird daher von den Kindern oft als langweilig empfunden, von deren Eltern als nutzlos eingestuft. Das Ergebnis: Der Schulbesuch wird abgebrochen.

Die neuen, berufsbezogenen Unterrichtselemente sollen die Attraktivität und den Nutzen der Schule für die jungen Menschen erhöhen. Auch die Eltern sind zu überzeugen, dass der Schulbesuch lohnt und der Schlüssel für eine bessere Zukunft ihrer Kinder ist. Wenn die Schule eine Perspektive eröffnet, wird zudem das Risiko der Erwerbsarbeit durch Kinder vermindert.


Im Rahmen des Haushalts- und Gesundheitsunterrichtes lernen die Schüler zum Beispiel Kekse zu backen.
Schon mehr als 1.000 Kindern erreicht

Bayer CropScience setzt das Projekt in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Schulbehörden um. Von Dezember 2008 bis Ende Juni 2009 wurden mit mehr als 40 lokalen Instruktoren über 1.000 Kinder erreicht. Bereits jetzt können deutliche Effekte beobachtet werden: „Kinder, die an unserem Programm teilnehmen, zeigen ein höheres Interesse an regelmäßigem Schulbesuch. Auch die Beteiligung der Eltern an den Aktivitäten der Schule hat erheblich zugenommen“, erklärt Suhas R. Joshi, der Leiter des Bayer CropScience Child Care Programs. „Das „Introduction to Basic Technology“ Programm beinhaltet mehr als nur die Vermittlung berufsbezogener Unterrichtsinhalte. Es vermittelt den Kindern auch die Fähigkeit, zu lernen wie man lernt“, ergänzt er.

„Wir haben das Projekt im Dezember 2008 als Pilotprojekt in fünf Schulen im Bundesstaat Karnataka gestartet“, sagt Satyajeet Subramanian, Projektmanager des Child Care Programs. „Es soll vor allem die Zahl der Schulabbrecher reduzieren, die Schulbildung interessanter machen und das Verhältnis zwischen der Schule und der Gemeinde stärken “, fügt er hinzu.



Schüler des „Introduction of Basic Technology“ - Kurses lernen, wie man einen Brunnen baut.
„Mein Ziel ist es, das Examen der Klasse 10 zu bestehen“

Ravi ist ein 14 jähriger Junge aus Hosur, einem Dorf im Süden des indischen Bundesstaates Karnataka. Er besuchte zunächst eine Schule, doch als Teenager wurden seine Schulbesuche immer unregelmäßiger. “In der Schule lernte ich nichts, was mir später den Lebensunterhalt sichert”, sagt Ravi.

Nachdem er sich einige Male an Kursen der “Introduction to Basic Technology” Initiative beteiligt hatte, wurde insbesondere sein Interesse für Elektroinstallation geweckt. Ravi besucht die Schule nun wieder regelmäßig. “Die Kurse vermitteln brauchbares Wissen, ich will jetzt auch mehr über andere Bereiche erfahren. Mein Ziel ist es, das Examen der zehnten Klasse mit einem Ergebnis von 80 – 90% zu bestehen”, fügt er hinzu.




[ zuletzt geändert: Donnerstag 10. September 2009 ]